10. Aug 2026, Persönliches Einblicke
Ich bin eine von 50 neuen Teilnehmerinnen bei WIDA – einem Netzwerkprogramm für Frauen im digitalen Wandel. Warum das genau in meine Neuausrichtung passt, und mit welchen zwei Fragen ich hineingehe.
Anfang August – ich bin im Urlaub, checke aber trotzdem regelmäßig meine Mails. Nicht, weil ich nicht abschalten kann – ich will einfach nicht mit 100 ungelesenen Nachrichten zurückkommen, und wenn etwas Wichtiges reinkommt, will ich rechtzeitig reagieren können. Zu Beginn dieses Monats war die Rückmeldung von WIDA angekündigt – Women in Digital Areas Schleswig-Holstein, ein landesweites Programm, das Frauen für die digitale Zukunft stärkt, vernetzt und sichtbar macht. Als die Mail dann da war, hat sie mich also nicht wirklich überrascht. Gefreut habe ich mich trotzdem. Ich habe die Mail gelesen. Dann wieder auf ungelesen gestellt. Dann noch einmal gelesen. Ein „ah" und ein „oh" fast gleichzeitig. Ah: Ich bin dabei – Erleichterung, dass die Bewerbung geklappt hat. Und oh: Ich bin dabei – jetzt geht die Arbeit los. Richtig angekommen ist es bei mir, glaube ich, noch nicht. Das passiert wahrscheinlich erst, wenn ich wieder am Schreibtisch sitze, Termine eintrage, ins Onboarding gehe und die ersten Veranstaltungen plane.
Ich bin seit über 17 Jahren Kommunikationsdesignerin, bislang vor allem für Soloselbstständige und kleine Unternehmen. Gerade befinde ich mich in einer Phase der Neuausrichtung: Ich möchte künftig stärker Unternehmen mit gewachsenen Strukturen gestalterisch beratend begleiten – nicht nur visuell liefern, sondern Prozesse mitdenken. Besonders interessiert mich, wie Unternehmen Übergänge gestalten: Generationswechsel, Übernahmen, Fusionen. Nachfolgekommunikation, wie ich das inzwischen nenne.
Dabei begegnet mir immer wieder ein zweiter Wandel: die Digitalisierung. Neue Werkzeuge, KI, veränderte Zuständigkeiten – das verändert auch, wie Unternehmen kommunizieren und wer Gestaltung im Alltag übernimmt. Für mich gehören diese beiden Veränderungen zusammen: Wenn ein Unternehmen ohnehin im Übergang ist, stellt sich die Frage nach der visuellen Identität gleich mit.
Für diese Neuausrichtung suche ich Einblicke in Unternehmen mit umfangreicheren Strukturen. Bei WIDA treffe ich auf ein Netzwerk aus Frauen, die in ganz unterschiedlichen Kontexten unterwegs sind – mit genau den Einblicken in Unternehmen und deren Umgang mit Digitalisierung, die ich mir wünsche.
Die Plätze sind begrenzt – ich bin eine von 50 neuen Teilnehmerinnen, die in diesem Jahrgang dazukommen. Es gab einen Auswahlprozess, und ich habe mich beworben, ohne zu wissen, ob es klappt. Umso mehr freut mich die Zusage.
Vor allem zwei Fragen nehme ich mit.
Erstens: Wie verändert digitaler Wandel Kommunikation und Gestaltung? Neue Geschäftsfelder, veränderte Abläufe – das wirkt sich auf den Außenauftritt eines Unternehmens aus. Mich interessiert, wie sich bestehende visuelle Systeme so weiterentwickeln lassen, dass sie klar und wiedererkennbar bleiben
Zweitens: Wie entwickeln Teams heute selbst Inhalte, mit digitalen Plattformen und KI-Anwendungen? Gestaltung wird zunehmend Teamarbeit. Spannend finde ich, an welchen Stellen ein professioneller Blick von außen trotzdem gebraucht wird – und was das für meine eigene Rolle heißt. Vielleicht gestalte ich künftig seltener selbst und baue stattdessen eher Strukturen, in denen andere gut arbeiten können?
Impulse für meine eigene Sichtbarkeit nehme ich sicher auch mit. Vor allem aber will ich erleben, wie Unternehmen diese Herausforderungen in der Praxis lösen. Dieses Wissen möchte ich in meine Arbeit als gestaltende Beraterin einbringen – besonders dort, wo Unternehmen sich im Übergang befinden.
Ich freue mich auf das Netzwerk, auf neue Erkenntnisse und Einblicke. Und ja, ein bisschen aufgeregt bin ich auch – was erwartet mich auf meiner Reise? Wer ist dabei? Neue Personen, neues Terrain. Ich bringe Wissen mit und bin neugierig wie dieses das der anderen ergänzen wird.
Und ich bin gespannt, welche meiner Fragen sich bei WIDA beantworten – und welche neuen dazukommen. Einige meiner Beobachtungen zu Kommunikation, Gestaltung und Wandel werde ich sicher auch hier im Blog weiterverfolgen.
Wenn du selbst Teil des WIDA-Netzwerks bist: Vielleicht laufen wir uns schon bald über den Weg. Und wenn du magst, schreib mir gerne – ich freue mich, wenn sich aus diesem Artikel echte Gespräche ergeben.